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Ein Interview mit David Blaine

Ein Name, den jeder Magier kennt – David Blaine. Wie auch viele andere verlässt der bekannte Zauberer und Illusionist das Haus nie ohne Kartendeck in der Tasche. Wir haben ein Interview mit ihm führen dürfen – und ihm dabei ein paar Antworten aus dem Ärmel geschüttelt.

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Ein Interview mit David Blaine

Man muss nicht tief im Zauber-Kosmos stecken, um den Namen David Blaine zu kennen. Manche sagen sogar er sei bekannter als Harry Houdini! Blaine ist bekannt für seine „Street Magic“, seine unfassbaren Stunts und seine Einträge im Guinness Buch der Rekorde. Ihr kennt ihn noch nicht? Dann wagt einen Blick in eine Episode von „David Blaine: Street Magic“ – und wir wetten mit euch, dass ihr umgehauen werdet. Denn die unglaublichen Stunts, die der Illusionist z.B. unter Wasser vollzieht, lassen nicht nur ihn den Atem anhalten.

David war so freundlich sich etwas Zeit für uns zu nehmen. Und natürlich haben wir mit ihm über seine Karriere gesprochen, die ihn letztendlich zu einem weltweiten Phänomen gemacht hat. Seid ihr bereit verzaubert zu werden?


Club 808: Lass uns am besten gleich loslegen! Woher stammt dein frühestes Interesse an der Magie?

David Blaine: Meine Großmutter hatte eins dieser Tarot Decks, was auch von der USPCC entwickelt wurde. So ein orangefarbenes Deck. Sie hat es meiner Mutter geschenkt. Und die wiederum hat es behandelt, als wäre es etwas unfassbar Kostbares – und hat es schließlich mir vermacht. Ich hab‘ es dauernd mit mir rumgetragen. Da war ich ungefähr fünf. Und einmal, als ich darauf gewartet habe, dass die Bibliotheks-Schicht meiner Mutter zu Ende war, hatte ich natürlich auch die Karten dabei. Während ich wartete zeigte mir jemand aus der Bibliothek einen Kartentrick. Den hab‘ ich dann stolz meiner Mutter vorgeführt – und sie war völlig aus dem Häus’chen! Wahrscheinlich war der Trick gar nicht mal so gut, aber damit begann meine Liebe zu Kartentricks. Von da an wollte ich Magier werden.

Club 808: Und weißt du noch, was dein erster alleiniger Trick war?

David Blaine: Ich glaube das war ein simpler mathematischer Karten-Trick. Der „Klassiker“.  Du weißt schon – jemand soll an eine bestimmte Karte denken, du mischt sie, und kriegst dann natürlich raus, an welche Karte der-/diejenige gedacht hat – und alle sind total verblüfft!

Ich hab‘ [das Kartendeck] dauernd mit mir rumgetragen.
Da war ich ungefähr fünf.

David Blaine

Club 808: Hast du denn auch einen Lieblings-Kartentrick, auf den du regelmäßig zurückgreifst?

David Blaine: Es gibt so viele, die ich liebe – das ist schwer zu sagen… Kartentricks verändern sich auch kontinuierlich. Mein neuer Favorit könnte gerade entstehen! Doch, mein Lieblings-Kartentrick bisher heißt „Der Trick, den es nie gab“. Jeder Magier wird sofort wissen, welchen Trick ich meine. Und eigentlich heißt er sogar anders, nämlich „Der Trick, der nicht erklärt werden kann“.

Club 808: Was meinst du:Wie viele Decks verbrauchst du in einem Jahr? Und was passiert mit denen, die „benutzt“ wurden?

David Blaine: Normalerweise geb‘ ich die Decks weiter, wenn ich mit ihnen fertig bin. Oder ich behalte sie, wie ein Tagebuch. Dann schreib ich das Datum drauf, an dem ich eine Show gegeben hab, für wen ich aufgetreten bin, die Adresse und das Land. Das behalte ich dann und bewahre es mit vielen anderen in einer Box auf. Ich hab‘ so viele Boxen – das ist ähnlich wie Tagebuch führen.

Club 808: Das klingt ja toll! Seit wann machst du das denn?

David Blaine: Das mach ich schon eine ganze Weile – sicher schon ein paar Jahre. Und ich hab‘ hunderte von denen zuhause. Oder zumindest ungefähr.

Club 808: Wer waren denn besondere Persönlichkeiten, die dich beeinflusst haben, als du beschlossen hast Magier zu werden?

David Blaine: Die üblichen Verdächtigen – Buster Keaton, Harry Houdini, Orson Welles, meine Mutter. Tolle Schriftsteller – ich hab‘ ihre Bücher gelesen! Hermann Hess – einige seiner Bücher haben mich wirklich inspiriert. Und natürlich viele große Denker in Sachen „Magie“. Leute, wie Bill Calouse und Paul Harris, Juan Tamarise, Michael Webber. Alles große Denker, die mich wirklich beeinflusst haben.

Club 808: Wenn Menschengruppen deine Performance sehen, gerade die „Street Magic“, flippen sie förmlich aus. Gibt es besondere Reaktionen von einer oder mehreren Personen, die dir genauer im Gedächtnis geblieben ist?

David Blaine: Du meinst verschreckende oder witzige?

Club 808: Ja, beides!

David Blaine: Als ich mal in Haiti war dachten die Menschen dort, dass wir Voodoo betreiben. Daraufhin haben sie uns mit Steinen gejagt, die so groß waren, wie Wassermelonen! Wir sind halt einfach in einer Gegend aufgetreten, an dem die Menschen an schwarze Magie und sowas glauben. Meine Tricks waren für sie ein Schock und sie reagierten dementsprechend … mit Angst. Also, ja, diese Reaktionen werde ich nie vergessen.

Achja, und dann gabs da noch einen Auftritt: Da hat sich ein Mädchen vor Lachen in die Hosen gepinkelt.

Club 808: Mit welchem Trick kam es denn dazu?

David Blaine: Es war irgendein Kartentrick, und dann hab‘ ich ihre Karte zerrissen – das ist schwer zu erklären. Ich glaube es war einfach die Interaktion und der Kartentrick. Das hört sich jetzt unsinnig an, aber ich glaube es hätte alles passieren können. Ich glaube einfach, dass es einfach ein wenig viel war und deshalb so „effektiv“. Und dann lachte sie so sehr, dass sie sich in die Hosen machte.

Club 808: Was brachte dich dazu Ausdauer-Künstler zu werden und solche gefährlichen Stunts durchzuziehen?

David Blaine: Sowas hab‘ ich schon immer irgendwie gemacht. Schon als ich klein war habe ich immer geübt, wie lange ich den Atem anhalten kann und solche Sachen. Ich denke ich hatte damals darüber gelesen, dass Houdini wahnsinnig lang die Luft anhalten konnte, und wollte einfach weiter gehen als er. Und dann hatte ich noch diesen Karate-Lehrer. Da muss ich ungefähr fünf gewesen sein. Jedenfalls ließ der uns damals barfuß im Schnee laufen. Ich glaube auch das hat mich inspiriert.

Improvisieren passiert einfach – vor allem Magiern, die regelmäßige Auftritte haben. Daran wächst man auch. Man lernt über seinen eigenen Schatten zu springen.

David Blaine

Club 808: Denkst du dir deine Illusionen eigentlich selber aus? Oder lässt du dich von klassischen Tricks inspirieren und vermischt diese mit neuen Ideen?

David Blaine: Ich glaube es ist eine Mischung aus beidem. Manche Tricks sind von ähnlichen inspiriert, manche Originale und manche extra konzipiert. Manche sind auch aus Gesprächen mit Freunden entstanden, andere verändern sich erst im Prozess und werden dadurch besser. Einen einzig wahren Weg gibt es für mich nicht.

Club 808: Musst du bei deiner Street Magic auch mal improvisieren, wenn es nicht so läuft, wie geplant?

David Blaine: Ich glaube jeder Magier, der erfahren und selbstbewusst ist, muss von Mal zu Mal improvisieren. Das Tolle am Improvisieren ist, dass es einem erlaubt etwas zu verändern, was gerade in dem Moment nicht gut funktioniert. Oder einen Trick einfach noch besser macht. Improvisieren passiert einfach – vor allem Magiern, die regelmäßige Auftritte haben. Daran wächst man auch. Man lernt über seinen eigenen Schatten zu springen.

Club 808: Erzähl‘ uns doch etwas, was wir noch nicht über dich wissen – etwas über Dich oder etwas, was du in letzter Zeit gelernt hast!

David Blaine: Eins meiner liebsten Dinge überhaupt: Ich bin fast nie krank! Sowas wie Grippen gehen einfach an mir vorbei! Eleanor Roosevelt schwörte damals auf drei rohe Knoblauch-Zehen, die sie in Schokolade getaucht täglich verspeiste. Und wann immer ich mich auch kränklich fühle mach ich mir einen Saft mit vielen Nährstoffen. Da kommt dann z.B. Kohlgemüse, Rote Beete, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Cayenne Pfeffer, Zitrone. Und das trink ich dann. Und in Zeiten, wo die eine oder andere Grippe rumgeht, komm ich immer drum herum. Zusätzlich faste ich auch und auch eine gute Hühner-Suppe oder Kräutertees können nie schaden, um gesund zu bleiben.

Club 808: Interessant – hast du das schon immer so gehandhabt? Diese Rezepte müssen dir ja wirklich von Nutzen sein – gerade bei deinen Hochleistungs-Performances.

David Blaine: Meine Mutter hat mir das früher immer gegeben, wenn ich mich krank fühlte. Dann hat sie Knoblauch klein gehackt, mit Honig vermischt und mir auf einem Löffel gegeben. Ich glaube, gerade wenn man keine Krankenversicherung hat, sucht man sich halt andere Möglichkeiten, die vielleicht sogar noch viel effektiver sind. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass es wirkt.

Club 808: Hast du eigentlich ein Lieblings-Kartenspiel, was du gerne mit Freund:innen oder Familie spielst?

David Blaine: Ich bin ein Riesen-Fan von „Rummy 500“ – im Deutschen „500 Rum“. Übrigens hab‘ ich die ganze Zeit Karten in der Hand. Wundert euch nicht, wenn ihr komische Geräusche hört – ich fächer hier die ganze Zeit meine Karten auf.

Club 808: Magst du uns verraten, welches Deck du gerade in der Hand hältst?

David Blaine: Mein „White Lions” Deck, was ich bei euch gedruckt hab.

Club 808: Hast du denn noch einen Ratschlag für junge Leute, die an Ausdauer-Performance oder Magie generell interessiert sind?

David Blaine: Lest, übt, bleibt am Ball! Lest euch Bücher von Henning Nelms durch, oder auch andere. Lest Interviews mit Woody Allen, Stanley Kubrick, Orson Welles. Schaut euch gute Auftritte an. Entwickelt eigene Ideen und bleibt an ihnen dran, als würde es nichts anderes geben in eurem Leben. 

Club 808: David, danke Dir vielmals für dieses Interview!

David Blaine: War schön mit euch zu plaudern.


Ihr wollt mehr über David Blaine wissen? Dann besucht seine Website oder @DavidBlaine auf Twitter.


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