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Jacquard-Muster — Wie man erfolgreich Strippen zieht

„Extrablatt! Programmierbare Maschine erledigt komplexe Aufgaben präziser und schneller als der Mensch. Ist sie Fluch? Ist sie Segen? Macht sie uns alle überflüssig oder bringt sie Wohlstand für alle?“ Die Angst vor der Automatisierung geht um. Doch diese Sorgen vor dem Unbekannten entspringen nicht etwa dem Jahr 2023 mit global vernetzten Computern, virtuellen Währungen und KIs, die immer rascher dazulernen. Wir befinden uns im Jahr 1805 vor einer Konstruktion, die interessante Muster weben kann – Jacquard-Muster.

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Nahaufnahmen von Muster auf Verpackung des Kartenspiels Bicycle Jacquard. Jacquard-Muster, Bicycle Spielkarten

Was ist Jacquard?

Die Frage, die wir zuerst klären sollten. Das Jacquard-Muster oder auch die Jacquardmusterung, benannt nach ihrem Erfinder Joseph-Marie Jacquard, ist ein automatisiertes Webverfahren. Es revolutionierte die Weberei und setzte einen Meilenstein in der Geschichte des maschinellen Webens. Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte Jacquard ein System, das es Webmaschinen ermöglichte, komplexe Muster zu erschaffen, die zuvor nur von Hand und unter der Mithilfe mehrerer Personen hergestellt werden konnten. 

Nun wurde das System, also der Webstuhl, von Lochkarten gesteuert. Jede Karte enthielt Informationen über das Muster, das gewebt werden sollte. Wenn die Nadel, die die Karten systematisch abtastete, ein Loch „erkannte“, wurde der Faden angehoben. Andernfalls wurde er abgesenkt. So einfach. Ein weiterer Vorteil war, dass die Lochkarten schnell und unkompliziert getauscht und dadurch verschiedene Jacquard-Muster sehr flexibel produziert werden konnten. Diese Flexibilität des Systems ermöglichte eine Vielzahl von Mustern – von einfachen, geometrischen Designs bis hin zu komplexen Bildern und Porträts.

Jacquards Erfindung war wegweisend für die Industrialisierung der Textilproduktion. Sie trug wesentlich zur Automatisierung und Effizienz der Weberei bei und legte den Grundstein für moderne, computergesteuerte Webmaschinen. Heutzutage werden Jacquard-Muster auch in der Modewelt häufig verwendet und sind für ihre Vielseitigkeit und detailreichen Designs bekannt.

Jacquard Webmaschine mit Lochkarten. Jacquard-Muster, Bicycle Spielkarten
Die Jacquard-Webmaschine webt ganz automatisch komplexe Muster mithilfe einer großen Anzahl an Lochkarten.

Der Erfinder der Jacquard-Muster

Wer war dieser Musterknabe mit dem klangvollen Namen? Joseph-Marie Jacquard, geboren 1752 in Lyon, Frankreich, war ein innovativer Webermeister und Erfinder, der die Textilindustrie revolutionierte. Als Sohn eines Webers erlernte er von frühester Kindheit an das Handwerk. Jacquard entwickelte ein tiefes Verständnis für Mechanik und Technologie, das sich später als entscheidend für seine Erfindung herausstellen sollte.

Doch ein Selbstläufer, wie der Jacquard-Webstuhl, war es anfangs nicht. Nach dem Tod seiner Eltern erbte Jacquard deren Weberei und begann damit, die Maschinen verbessern zu wollen. Er hatte keine Lust darauf, wie früher wieder manuell die Fäden zu heben und zu senken. Nachvollziehbar, denn das war extrem aufwändig, komplex und daher auch sehr fehleranfällig. Da will man nicht die Person sein, die kurz nicht aufpasst und das Muster unbrauchbar macht. Doch die Automatisierung gelang nicht und Jacquard verließ seine Heimatstadt Lyon für ein paar Jahre während der Französischen Revolution. Als er wiederkehrte, gewann er einige Geldgeber für seine Sache – und niemand geringeren als Napoleon Bonaparte. Der war begeistert von der Idee und stellte ihm weitere Mittel zur Verfügung. Das alles half und 1805 präsentierte Jacquard seinen automatischen Webstuhl und sein Jacquard-Muster.

Aber, whoops! Abgesehen von den Besitzern der Manufakturen, die auch auf hohe Effizienz und geringe Kosten aus waren, gab es viel Gegenwind – und zwar von den Arbeitenden, die die Arbeit zuvor gemacht hatten und die jetzt im Zuge der unaufhaltsamen Industrialisierung Sorge um ihren Arbeitsplatz hatten. Doch der Widerstand ließ mit der Zeit nach. Vielleicht auch, weil bunte Stoffe voller komplexer Jacquard-Muster durch die Automatisierung endlich auch für die Mittelschicht erschwingbar waren. Nicht mehr nur für die Wohlbetuchten.

Grünes Kartenspiel Bicycle Jacquard. Jacquard-Muster, Bicycle Spielkarten
Das Bicycle® Jacquard in sattem Smaragdgrün steckt voller wunderschöner, komplexer Muster.

A Muster-Have

Auch wir spüren die Inspiration der damals wegweisenden Jacquard-Muster. Und wir haben daraus ein Kartendeck gewebt. Das Bicycle® Jacquard. Well, wir haben uns natürlich keine Webmaschine aus dem Museum besorgt. Das Deck ist, wie unsere anderen Kartenspiele, hochwertig produziert und gedruckt worden. Doch beim Design spiegelt sich die Schönheit der komplexen Jacquard-Muster wider. Elegant und raffiniert. In edlem Smaragdgrün strahlen die Verpackung und die glänzenden Silberfolien-Akzente zeitlose Schönheit aus. Jede Spielkarte ist ein kleines Meisterwerk voller kunstvoller Muster.

Wer also auf der Suche nach hochwertigen Spielkarten ist – zum Spielen, zum schick Hinstellen oder zum Verschenken zu Weihnachten oder zum Geburtstag – sollte hier zugreifen. Mit diesen Karten werden Spiele mit Freunden zu einem echten Erlebnis. Sie eignen sich ebenso besonders gut für Magier, die das Publikum bei ihren Shows auch visuell verzaubern wollen.

Hätte Joseph-Marie Jacquard gewusst, dass seine Erfindung die Textilindustrie revolutioniert, dass es über zweihundert Jahre später Kartenspiele inspiriert von seinem Jacquard-Muster gibt und dass er durch seine mit Lochkarten programmierbare Webmaschine sogar zu einem der Wegbereiter für digitale Technik und Computer wird – er hätte ein Extrablatt herausgegeben: „Extrablatt! Programmierbare Maschine erledigt komplexe Aufgaben präziser …“


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